...zur Optimierung der Therapie von Schulterpatienten

Im Gegensatz zur Knie- und Hüftarthrose tritt die Schulterarthrose (die sogenannte Omarthrose) in Deutschland nur sehr selten auf. Lediglich drei von 100 Menschen leiden unter Abnutzungserscheinungen am Schultergelenk. Fachleute sprechen hier über eine Prävalenz von 3%. Dennoch haben wir in den letzten Jahren feststellen können, dass es zu einer Zunahme an implantierten künstlichen Schultergelenken kam. In Deutschland werden mittlerweile etwa 25.000 sogenannte Schulter-TEPs (Totalendoprothesen) pro Jahr implantiert. Die Ursache für den Anstieg liegt sicherlich an der technischen Weiterentwicklung der Schulterprothetik, die sich inzwischen in der 5. Generation befindet.


SchulterstuhlEine frühzeitige und adäquate Rehabilitation ist bei Schulterpatienten unumgänglich, da das Schultergelenk ein sehr spezielles Gelenk ist. Das Humeroskapulargelenk (die Gelenkfläche zwischen Oberarmknochen und Schulterblatt) ist das bei weitem beweglichste Gelenk unseres Körpers. Diese außerordentliche Beweglichkeit kann nur auf Kosten der Stabilität erreicht werden. Daher ist es nötig, dass der Bandapparat und der Muskelmantel an der Schulter gut entwickelt sind, um diesem Gelenksystem Stabilität zu verleihen. Eine Frühmobilisation nach einer Schulterverletzung oder einer Schulteroperation hat deshalb einen so hohen Stellenwert in der Rehabilitation, da es darum geht zu verhindern, dass dieser Muskelmantel verkümmert (atrophiert) und es nicht zu einer Gelenkverklebung/Gelenksteife (Arthrofibrose) kommt. Die Folgen hiervon wären eine langfristige Immobilität des betroffenen Armes und ein Verlust an Funktionalität im Alltag. Unsere Erfahrungen in der Therapie zeigen, dass Patienten, bei welchen frühzeitig das Schultergelenk durchmobilisiert wird, wesentlich schneller ihr Rehabilitationsziel erreichen.                                                   Bildquelle: www.djoglobal.de


Durch die Ergänzung des ARTOMOT S3 Comfort Schulterstuhls wird unsere apparative Ausstattung im Reha-Zentrum Meuser in Villmar sinnvoll erweitert. Dieser Schulterstuhl ist eine CPM-Bewegungsschiene (continuous passive motion), mit der man das betroffene Gelenk - ohne entstehende äußere Kräfte (Schwerkraft, Gewichte) und innere Kräfte (muskulär erzeugte Kräfte) – passiv durchbewegen kann. Die Vorteile, die durch die Therapie mit dem Schulterstuhl entstehen, sind vielfältig: Es kommt zu einer verbesserten Heilung von Gelenkknorpel, Sehnen, Bändern und Weichteilgewebe, die Ergussresorption wird gefördert, der Stoffwechsel wird gesteigert, die Schmerzen werden verringert. Dies verkürzt insgesamt die Behandlungsdauer und das Rehabilitationsziel wird schneller erreicht.


Es gilt allerdings zu betonen, dass die passive Mobilisationstherapie nicht als Ersatz der klassischen aktiven Krankengymnastik oder der Medizinischen Trainingstherapie anzusehen ist, sondern als sinnvolle Ergänzung. Studien – wie bei Kirschner, P. (2004) – belegen dies eindrucksvoll: „Im Vergleich zu einer rein krankengymnastischen Nachbehandlung bei Patienten konnte die Überlegenheit der Kombinationstherapie aus CPM- und krankengymnastischer Behandlung statistisch signifikant nachgewiesen werden.“


Im Reha-Zentrum in Limburg auf dem Schafsberg setzen wir in der Therapie von Schulterpatienten die passive Mobilisation bereits seit längerer Zeit mit dem computergesteuerten Humac Norm Cybex ein, welcher unter anderem den CPM-Modus ebenfalls beinhaltet. Aus eigener Erfahrung und aus vielen Patientenberichten ist eine Frühmobilisation des Schultergelenks nach Operation und Verletzungen dringend zu empfehlen und sollte in keinem Therapieplan fehlen.