...eine gute Wahl auch für NICHT operierte Patienten

Chronische Krankheiten auf dem Vormarsch

Dr B Pat WS kleinGrundsätzlich hat sich die gesundheitliche Lage in Deutschland im Laufe des letzten Jahrhunderts deutlich verbessert: Günstigere Lebensbedingungen, vor allem in den Bereichen der Medizin und der Nahrungsmittelversorgung, führten zu einer Verlängerung der Lebenserwartung. Dies ist vor allem ein positiver Effekt, den wir der Industrialisierung und der Technisierung verdanken.

Am Anfang des 21. Jahrhunderts ist gleichzeitig eine weitere, weniger positive Tendenz festzustellen, welche weniger positiv ist: Durch den technischen Fortschritt (Computer, Smartphone, etc.) leiden die Menschen an erheblichem Bewegungsmangel und zunehmend unter Stress sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld. Dies führt zu einem Wandel in der Ausprägung des Gesundheitsstatus. Während die akuten Krankheiten in den letzten Jahrzehnten rückläufig sind, befinden sich die länger andauernden chronischen Gesundheitsbeeinträchtigungen auf dem Vormarsch: Chronische Rückenschmerzen, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes (im Volksmund „Zuckerkrankheit“ genannt), Adipositas (Übergewicht), chronische Lungenerkrankungen und psychische Störungen.

Was ist der Unterschied zwischen akuten und chronischen Krankheiten?

Eine „akute“ Krankheit zeichnet sich dadurch aus, dass sie durch Erreger wie Viren, Pilze oder Bakterien ausgelöst wird und nach kurzer Zeit komplett wieder abklingt. Als „chronisch“ wird eine Krankheit bezeichnet, wenn sie entweder immer wiederkehrend ist oder sich über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten erstreckt. Man kann sich leicht vorstellen, dass chronische Krankheiten sowohl höhere Kosten im Gesundheitssystem verursachen als auch für den Betroffenen selbst größere Belastungen und Einschränkungen für den Alltag bedeuten.

CR Pat Gert klein„Multimorbidität“, was bedeutet das in diesem Zusammenhang?

Multimorbiditäten (Mehrfacherkrankungen) sind ein weiterer Tribut, den die „Zivilisierung“ fordert. Dies kommt dadurch zustande, dass sich die chronischen Krankheiten wechselseitig ungünstig beeinflussen. Wer beispielsweise übergewichtig ist, trägt ein höheres Risiko chronische Rückenschmerzen zu bekommen und umgekehrt ist die Tendenz des Patienten mit chronischen Rückenschmerzen übergewichtig zu werden, ebenso deutlich erhöht. Diese Wechselwirkung trifft auf fast alle Zivilisationskrankheiten zu. Mehrfacherkrankungen und die Zunahme an chronischen Krankheiten sind auch Phänomene, die wir im Reha-Zentrum Meuser in den letzten Jahren immer häufiger beobachten können.

Eine umfangreiche, intensive Maßnahme zur Behandlung ist notwendig!

Leidet ein Patient seit längerer Zeit unter chronischen Beschwerden, an erster Stelle seien hier Rückenschmerzen genannt, so sind Einzelbehandlungen oftmals nicht ausreichend. Unsere Erfahrung zeigt, dass eine Maßnahme mit höherer Qualität UND Quantität, also Dauer und Regelmäßigkeit, vonnöten ist.

Eine komplexe chronische Krankheit erfordert komplexe Therapien! Die ambulante Rehabilitation als Lösung!

Eine Therapieform, welche sowohl qualitativ als auch quantitativ adäquat ist, um lang anhaltende und immer wiederkehrende Rückenschmerzen nachhaltig zu behandeln, ist die ambulante Rehabilitation! Für zunächst 3 Wochen wird der Patient 6 Stunden täglich bei uns intensiv und individuell behandelt. Er profitiert vor allem durch den ganzheitlichen interdisziplinaren Ansatz: Gemeint ist hiermit das Zusammenspiel von unterschiedlichen Abteilungen mit Fachärzte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Sportwissenschaftler, Psychologen, Sozialarbeitern und Ernährungsberatern.

Die ambulante Rehabilitation auch für NICHT operierte Patienten

Hartnäckig hält sich der Mythos, dass eine Operation Grundvoraussetzung für die Absolvierung einer orthopädischen ambulanten Rehabilitation ist. Dies ist nicht zutreffend! Immer wieder machen wir die Erfahrung, dass Patienten mit chronischen Rückenschmerzen, ohne vorangegangene Operation überaus überrascht sind, dass sie überhaupt einen Anspruch auf eine ambulante Rehabilitation besitzen. Dieser Anspruch erstreckt sich sogar über alle Altersstufen: Vom Schüler über den Berufstätigen bis hin zum Rentner.

Lediglich das Beantragungsverfahren ändert sich

KLWährend die Beantragung einer Rehabilitation bei den operierten Patienten in der Regel von den Sozialdiensten der Krankenhäuser durchgeführt wird, sind die zuständigen Institutionen für die Beantragung einer Rehabilitation für nicht operierte Patienten die niedergelassenen Ärzte, also Hausärzte oder Fachärzte. Diese genießen den Vorteil, dass die Beantragung einer Rehabilitation nicht deren ärztliches Budget belastet. Sollten Sie sich angesprochen fühlen und ebenfalls an chronischen Rückenschmerzen leiden, sprechen Sie ihren Arzt auf die Möglichkeiten einer ambulanten Rehabilitation an.

Beratung und Beantragung als Serviceleistung

An dieser Stelle möchten wir Sie darauf hinweisen, dass wir die Beratung und die Beantragung einer solchen Maßnahme für alle Patienten als Serviceleistung anbieten. Wenden Sie sich hierfür bitte an unsere erfahrene Reha-Case-Managerin Karola Loh, welche sie gerne berät und bei der Antragstellung unterstützt.

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Tel.-Nr.: 0 64 31/2 18 93 – 121

Beratungszeiten: donnerstags von 09:00 – 12:00 Uhr