EFL – Evaluation funktioneller Leistungsfähigkeit nach Isernhagen

Entscheidende Bedeutung für eine erfolgreiche berufliche Rehabilitation kommt der Feststellung der Arbeitsfähigkeit sowie der Feststellung verbleibender funktioneller Einschränkungen zu. Eine seriöse Bewertung der Fähigkeiten des Patienten sollten sich an den jeweiligen berufsbedingten Tätigkeiten ausrichten, klinische Untersuchungen alleine reichen nicht aus.

Auch nach den Zielsetzungen des Arbeitsförderungsgesetzes ist die Einschätzung der tatsächlichen Leistungsfähigkeit in Bezug auf den zuletzt ausgeübten Beruf zwingende Voraussetzung für eine berufliche Reintegration. Da rein subjektive Einschätzungen keinerlei Rückschlüsse auf Leistungsdefizite oder potentielle Reserven zulassen, empfiehlt es sich, objektivierbare und messbare Kriterien heranzuziehen.

Ein EFL-Test wird mit den Ergebnissen der klinischen Assessments, den Bewertungen der Arbeitsplatzbedingungen und den Ergebnissen des motorischen Leistungstests zusammengefasst, um eine realitätsnahe und umfassende Beurteilung des Probanden gewährleisten zu können.

Nach einer eingehenden allgemeinen Anamnese und Arbeitsplatzanamnese findet eine klinische Untersuchung durch unsere Ärzte/Orthopäden statt. Erst danach erfolgt der eigentliche EFL-Test. Das EFL-Assessmentverfahren basiert auf der kineophysischen Testmethodik. Die Testbatterie mit 29 standardisierten funktionellen Leistungstests dauert 5 bis 6 Stunden, verteilt auf 2 Tage.

Für die Durchführung der Tests, einen präzisen EFL-Bericht sowie die Umsetzung von Beurteilung und Empfehlung ist eine gute partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Arzt, Therapeut und Proband auf der einen und zwischen Versicherung, Arbeitgeber, Berufs- und Sozialarbeiter auf der anderen Seite notwendig.

Die Beurteilung der Testergebnisse begründet sich auf objektiven Kriterien:

  • Muskuläre Rekrutierungsmuster

  • Bewegungsmuster und Gleichgewichtsreaktion

  • Atmung und Herzfrequenz

Voraussetzungen zur Durchführung des EFL-Tests:

  • Medizinisch stabiler Zustand

  • Kooperationsbereitschaft

  • Realistische Aussichten auf berufliche Wiedereingliederung

  • Patienten mit medizinisch stabilem Zustand (belastungsstabil), bei denen eine Rückkehr zur Arbeit bzw. wesentliche Belastungssteigerung mit einem normalen Physiotherapieprogramm nicht zu erreichen ist

  • Laufende Verfahren zur Frühverrentung stellen unter Umständen sogar eine Kontraindikation dar